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BARF - was bedeutet das eigentlich?

Der Ursprung des Begriffs liegt in der Abkürzung für "Bones and raw food". Warum sich keiner darüber Gedanken gemacht hat, was das Akronym im englischen bedeutet - nämlich erbrechen, übergeben - wird wohl ein Geheimnis bleiben.

Jedenfalls fand sich im Lauf der Zeit dann eine etwas ansprechendere Deutung der Abkürzung herausgebildet: "Biologisch artgerechtes rohes Futter"

Im Grunde geht es also darum, Hunde und Katzen so zu ernähren, wie es die Natur und Evolution für sie eingerichtet hat.

Wir basteln uns ein Beutetier

Hunde und Katzen sind Raubtiere. In der freien Wildbahn fressen sie bevorzugt Beutetiere. Katzen sind noch strikter darauf angewiesen als Hunde. Hunde können auch mit einem etwas breiteren Nahrungsspektrum recht gut überleben.

Beim Barfen versucht man also, sich möglichst gut der natürlichen Ernährung anzunähern. Wenn man sich ein durchschnittliches Beutetier anschaut, ergibt sich daraus eine gewisse prozentuale Verteilung der Bestandteile.

Daraus ergibt sich dann diese Zusammensetzung:

50% Fleisch 20% Magen (Pansen/Blättermagen) davon 10% als "Ersatz" für restliche Därme 15% Innereien 15% fleischige Knochen

Das wird dann noch ergänzt um eine gewisse Menge Gemüse und Obst, die hauptsächlich Ballaststoffe und ein paar sekundäre Pflanzenstoffe liefern sollen.

Geschichte des Fütterns

Die längste Zeit des Zusammenlebens des Hundes mit Menschen wurden sie höchstwahrscheinlich auch schon relativ nah an diesem Konzept ernährt. Zum Teil auch, weil es sich einfach so ergab und Muskelfleisch ein Abfallprodukt der menschlichen Jäger war. Erst mit der Sesshaftigkeit des Menschen hat sich das vermutlich verändert. Und in den letzten 80 Jahren kam dann noch zunehmend die industrielle Futterproduktion hinzu. Letztere diente aber nicht in erster Linie dem Zweck, Hunde perfekt zu ernähren. Sondern war hauptsächlich dafür gedacht, für diverse Reste und Abfallprodukte auch noch eine Verwendung zu finden.

Katzen hatten das Pech, dass es fast keine tradierte Form der Katzenernährung gibt. Denn die längste Zeit waren Katzen einfach Selbstversorger und haben von den Menschen höchstens mal einen Zusatzhappen bekommen.

Wie hat die Evolution gewirkt?

Zuerst einmal: ein paar zehntausend Jahre reicht einfach nicht aus um großartige evolutionäre Effekte hervorzubringen. Schon gar nicht, wenn die Populationen nicht streng voneinander getrennt werden. Bis heute kann sich jeder Chihuahua mit jedem Wolf paaren und vermehren - und in nicht wenigen Teilen der Welt findet diese Durchmischung zwischen Wölfen und Haushunden auch immer noch statt oder wird sogar aktiv vom Mensch betrieben.

Aber haben sich nicht zumindest Hunde an das Zusammenleben mit Menschen angepasst?

Bestimmt gibt es einige Anzeichen, die darauf hinweisen. Aber für echte Evolution ist der Zeitrahmen einfach viel zu kurz. Hunde weisen noch immer alle Merkmale auf, die sie als Fleischfresser kennzeichnen: - ein Gebiss, dass sich nicht zum zermahlen von Nahrung eignet - Speichel, der keine Enzyme enthält um die Verdauung schon im Maul zu beginnen - eine extrem gute Fettverdauung - einen kurzen Darm, der sich nicht für Mikroben eignet, die bei der Verdauung von pflanzlichem Material helfen könnten

Und wie ist es mit dem Gen für Stärke?

Ja, es stimmt, einige Hunderassen besitzen in der Tat inzwischen mehr Kopien des Gens, das dazu befähigt Stärke - also Kohlehydrate zu verdauen. Aber was sagt das aus? Die meisten Menschen besitzen ein Gen, das sie dazu befähigt Alkohol zu verdauen. Aber niemand würde ernsthaft daraus ableiten, dass Alkohol ein gesunder Bestandteil menschlicher Ernährung sein sollte!

Barfen ist nur Hunde (und Katzen) füttern

Barfen ist also im Grunde nichts neues, nichts ungewöhnliches, nichts besonders kompliziertes. Es ist nur Hund (und Katzen) gemäß ihrer natürlichen Physiologie füttern.